kult:agil 3 – Die Vorbereitung

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Im dritten Teil unserer Serie zu kult:agil – der agile Kulturprozess – wollen wir kurz in die Analyse- und Vorbereitungsphase eintauchen. Da sich dieser Prozessschritt (je nach Kunde, Branche, Auslöser,…) besonders komplex und individuell gestaltet, wollen wir nur die wichtigsten Aspekte hervorheben:

  • Analyse der Ist-Kultur
  • Konkretisierung der Auslöser
  • Definition der Ziel-Kultur
  • Gestaltung des Culture Backlog

Dies geschieht in einem gemeinsam mit dem Kunden individuell gestalteten Prozess unter Einbindung relevanter Repräsentanten aus der Organisation. Diese Vorbereitung auf den agilen Kulturprozess ist essentiell, um den Rahmen für die Kulturentwicklung zu gestalten.

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Analyse der Ist-Kultur

Die Analyse der Ist-Kultur dient als Basis für einen Kulturentwicklungs-Prozess. Wir nutzen hierfür den Kulturprofil-Indikator und binden unterschiedliche Repräsentanten der Organisation ein, um ein umfassendes Bild der Ausgangslage zu erhalten. In diesem Schritt wird die Kultur des gesamten Unternehmens herausgearbeitet und gleichzeitig die Unterschiede der einzelnen Sub-Kulturen (beispielsweise in unterschiedlichen Organisationseinheiten) berücksichtigt. Als Ergebnis entsteht ein gemeinsam getragenes Bild der Ist-Kultur, welches für die weiteren Schritte als Orientierungshilfe dient. Gleichzeitig wurde der Diskussionsprozess bereits an den richtigen Stellen verankert und die ersten kulturellen Veränderungen sind – durch die Aufmerksamkeit auf das Thema – bereits zu erkennen. Durch die derartige Beschäftigung mit der Unternehmenskultur finden auch die Teilnehmer eine gemeinsame Sprache, um sich über die Kultur der Zusammenarbeit miteinander auszutauschen.

Konkretisierung der Auslöser

Die Arbeit an der Unternehmenskultur ist kein Selbstzweck. Dies muss über den gesamten Prozess hinweg deutlich sein, um die Akzeptanz bei den Betroffenen zu ermöglichen. Daher sollten die Auslöser des Wandels differenziert betrachtet und herausgearbeitet werden. Es soll ein umfassendes Verständnis in der Organisation verankert werden, warum sich die bewährte Kultur verändern soll. Hierbei können unterschiedliche Quellen herangezogen werden wie die strategische Ausrichtung des Unternehmens an sich ändernde Anforderungen des Umfeldes oder auch interne Erkenntnisse, dass eine Veränderung beispielsweise der Führungskultur notwendig wird. Wichtig ist an dieser Stelle, möglichst viele Quellen der Veränderung zu betrachten, um ein umfangreiches Bild zu erhalten und alle möglichen Einflüsse in Betracht zu ziehen.

Definition der Ziel-Kultur

Abgeleitet von der Konkretisierung der Auslöser wird die Ziel-Kultur designt. Die zentrale Frage lautet „wie muss unsere Kultur in der Zukunft aussehen, damit wir als Unternehmen erfolgreich sein können“. Die Ziel-Kultur dient als Richtlinie für alle weiteren Schritte. Sie muss noch nicht bis ins Detail beschrieben werden, sondern auf einer abstrakteren Ebene für Orientierung sorgen. Oftmals orientiert sich die Aussage zur Ziel-Kultur an den Kulturstilen des Kulturprofil-Indikators wie beispielsweise „mehr Projekte-Kultur“. Bei dieser Orientierungsvorgabe braucht es die absolute Klarheit der verantwortlichen Personen, dass diese Richtung auch erfolgsträchtig sein und den Weg in die Zukunft ebnen kann. Wichtig ist zudem, dass die bestehende Kultur nicht diskriminiert wird. Dies ist in Kulturentwicklungsprozessen leider häufig der Fall. Bei der Definition der Ziel-Kultur wird die Ist-Kultur – oft unbewusst – als schlecht dargestellt. Bei der Definition der Ziel-Kultur ist es demnach genauso wichtig, die Stärken der Vergangenheit aufrecht zu erhalten und somit zu definieren, was nicht verändert werden soll.

Gestaltung des Culture Backlog

Der Culture Backlog orientiert sich an dem Backlog, den wir aus der Scrum-Welt kennen. Es werden kulturelle Anforderungen definiert, die übergreifend in der gesamten Organisation verankert werden sollen. Die Teams, die später kult:agil durchlaufen, orientieren sich an diesem Backlog und setzen eigenverantwortlich die Anforderungen um. Es braucht also noch genug Spielraum für die Teams, um die Anforderungen aus dem Backlog selbst zu gestalten und zu interpretieren. Wir nutzen oft die Felder der Unternehmenskultur (wie beispielsweise der „Umgang mit Konflikten“) als Ordnungskriterium für den Culture Backlog.

ComTeam AG 2018-03-25T17:07:01+00:00 15. Februar 2016|

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