Coachees in Krisen begleiten

Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Mein Coachee, KlientIn, MitarbeiterIn ist in der Krise! Oh je, ach ne und nun? Und damit ist nicht umgangssprachlich „ Ich krieg‘ die Krise“ gemeint.

Die Frage ist, wie kann „die Krise“ besprochen werden? Sie kann den Beruf, das Privatleben, die Gesundheit, die finanzielle Sicherheit und die Normen/Werte betreffen. Und wenn mindestens 2-3 dieser Bereiche betroffen sind, bedeutet das dramatische Veränderungen und man spricht dann von einer Krise. Das können z.B. beziehungsmäßige Trennungen, berufliche Degradierung, fundamentale Beeinträchtigungen in der Gesundheit, körperlich und/oder mental, sein. Auch für Führungskräfte, die in einem fast schon permanenten Veränderungsprozess in Organisationen stehen, kann das eine Krise mit sich bringen (wenn sie auch nicht immer so benannt wird bzw. benannt werden darf), weil mit dem Change eine Unsicherheit einhergeht, womöglich die Angst vor Jobverlust und auf jeden Fall eine deutlich höhere Belastung, die sich in gesundheitlichen Folgen zeigen kann.

Nun kann sich das für die Seite des Coachs, Beraters, der Führungskraft wie ein Mount Everest auftürmen. Und da tut es gut zu wissen wie man das bearbeiten und besprechen kann: Menschen in Krisen können mit Standardaussagen: „Das wird schon wieder“ „Andere haben das doch auch hinbekommen“ nicht viel anfangen. Also heißt es individuell auf die Person eingehen, ihr zuhören und sie beschreiben lassen.

In Krisen spielen Gefühle eine große Rolle und sind eine subjektive Realität. Also heißt das, die Gefühle OK machen und dass es normal und nachvollziehbar ist, dass die Situation einem mitnimmt. Bestimmt hat die Person schon einige Lösungsversuche hinter sich, also ist es gut, diese erst mal abzufragen, bevor es in weitere Lösungen geht.

In der Krise kommen einem die eigenen Ressourcen, bisherige Erfolge und Bewältigungsstrategien abhanden. Also ist es gut, den Blick darauf zu lenken.

Und noch ein Hoffnungsschimmer zum Schluss: Die meisten Menschen bleiben nicht gerne lange in einer Krise, sie wollen aus diesem unangenehmen Zustand auch wieder raus.

Viel Erfolg beim Bearbeiten von Krisen!

Heide Straub

Geboren bin ich 1949 in Freiburg im Breisgau. Ausbildung und Berufserfahrung als Ergotherapeutin, Leiterin von therapeutischen Wohngemeinschaften, dem folgten Weiterbildungen in Hakomi, systemtischer Familientherapie für Organisationen und Mediation. Führungserfahrung sammelte ich als ComTeam-Vorstand, dazu gehörte auch die Leitung des Hotels – mit allen Schatten- und Sonnenseiten, die zur Aufgabe einer Führungskraft gehören. Heute arbeite ich schwerpunktmäßig als Coach, Teamentwicklerin, Mediatorin, sowie als Trainerin für Führungstrainings und für die ComTeam Coaching-Aus- und Mediations-Weiterbildung – alles unterschiedliche Felder der Beratung, abwechslungsreich und herausfordernd. Ich bin Mitgründerin von ComTeam und lebe mit meinem Mann Walter Straub in München, wo ComTeam 1974 seinen Anfang genommen hat.

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Heide Straub 2017-11-17T15:34:11+00:00 11. Februar 2016|

Ein Kommentar

  1. Alexander Gottein 25. Juli 2016 um 15:48 Uhr

    ein wirklich schöner Artikel…ich kann nur bestätigen, dass ich auch ungern länger in der Krise bleibe:-)

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